Seit dem Fall der Berliner Mauer hat sich bei Kuratorinnen und Kuratoren in Europa und den USA ein wachsendes Interesse an den vielfältigen fotografischen Praktiken entwickelt, die in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR, 1949-1989) entstanden sind. Infolgedessen haben mehrere Ausstellungen Einblicke in das Schaffen einiger der renommiertesten Fotografinnen und Fotografen des Landes geboten. Zwar haben sich einige wenige Ausstellungen mit Fotografinnen und den Bedingungen befasst, die es ihnen – wie Frauen in anderen Berufsfeldern auch – ermöglichten, in der DDR erfolgreiche Karrieren zu verfolgen, gab es jedoch seit 1989/1990, als Gabriele Muschter DDR Frauen fotografieren kuratierte, keine umfassende Überblicksausstellung zu diesem Thema mehr.
Um diese Lücke zu schließen, präsentiert das Museum of Modern Art, Kamakura & Hayama, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Reinbeckhallen die Ausstellung Unprecedented: Women Photographers from the GDR. Sie vereint Arbeiten von fünfzehn herausragenden Fotografinnen – Tina Bara, Christine Becker, Sibylle Bergemann, Christiane Eisler, Gundula Schulze Eldowy, Margit Emmrich, Ute Mahler, Eva Mahn, Elisabeth Meinke, Helga Paris, Evelyn Richter, Maria Sewcz, Gabriele Stötzer, Brigitte Voigt und Renate Zeun—und zeigt, wie diese gemeinsam die visuelle Kultur der DDR durch ihre beharrliche Auseinandersetzung mit dem Alltag, körperlichen Erfahrungen und formalen Experimenten bereichert haben.
Als erstes öffentliches Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Japan zählt das Museum of Modern Art, Kamakura & Hayama zu den bedeutendsten Kunstinstitutionen des Landes. Das Museum ist bekannt für sein vielfältiges Programm an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Natur und prägt seit seiner Eröffnung 1951 den kulturellen Dialog in Japan.
Im Rahmen der Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Ausstellungskatalog auf Englisch und Japanisch, herausgegeben vom Verlag HeHe. Unprcedented: Women Photographers from the GRD ist eine Kooperation der Stiftung Reinbeckhallen mit dem Museum of Modern Art, Kamakura & Hayama und wird durch die Loock Galerie unterstützt.
Das Projekt wird durch das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen gefördert.